Dorfkirche – Lage Heiden
Projekt
Dorfkirche – Lage Heiden
Kategorie
Putz und Stuck I Naturstein I Farbfassung + Anstriche
Auftraggeber
Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Heiden
Zeitraum
2021/2022
Ort
Lage Heiden
Die evangelische-reformierte Kirche in Lage Heiden ist eine denkmalgeschützte dreijochige niedrige Hallenkirche, ehemals dem Patrozinium des Heiligen Petrus geweiht. Einer Inschrift an der Nordseite ist das Jahr der Weihe 1471 zu entnehmen. Die einzelnen Bauteile scheinen aus unterschiedlichen Zeiten zu stammen. So ist der rechteckige Chor dem Jahre 1300 zugeschrieben, der Westturm mit dem Zeltdach aus Schindel stammt wohl noch aus dem 12. Jahrhundert. Der Chor ist mit hohen Spitzbogenfenstern aus Drei- und Vierpässen ausgestattet.
Anlass der Untersuchungen waren erforderliche statisch-konstruktive Sicherungsmaßnahme am Chor aufgrund von Gebäudesetzungen in deren Folge auch restauratorisch-konservatorische Maßnahmen an den Putzflächen der Gewölbe und der Wände zu planen und auszuführen sind. Der Chorraum besitzt noch umfangreiche Reste figürlicher Wandmalereien, die in die 2. Hälfte des 15. Jh. datiert werden und in jüngerer Zeit umfassend konserviert wurden.
Das LRP-Fachplanungsbüroübernahm neben den Leistungsphasen 1-4 auch die Leistungsphasen 5-8 und planten und überwachten diesbezüglich die anzufallenden bzw. angefallenen Restaurierungsarbeiten.
Teil der Restaurierungsmaßnahme war das Chorgewölbe sowie die das Gewölbe tragenden Wände. Durch die Senkung des Grundwasserspiegels und der daraus resultierenden Austrocknung des Kirchenfundaments war das Gebäude entgegenlaufenden Bewegungen ausgesetzt. Diese haben zu enormen Rissen im Gewölbe geführt sowie zur Lösung der Putzschicht vom Mauerwerksverband. Nicht nur haben sich innerhalb der Putzschichten Risse gebildet, sondern auch die Anbindung zu den Kreuzrippen hat sich gelöst. Nach einer vermessungstechnischen Beobachtung und Überwachung der Kirche über einen Jahreszyklus im Jahre 2020 keine Veränderungen mehr festgestellt werden konnten, wurde mit den Restaurierungsmaßnahmen begonnen. Teil des Restaurierungskonzeptes war die Installation eines Ringankers um den Chor der Kirche. Auch wurden die Kreuzrippen untereinander verankert, da einzelne Teile auszubrechen drohten. Der Chor ist mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt. Zuvor war das Gewölbe mit einer Freskomalerei aus dem 15. Jahrhundert vorwiegend aus einem Rosé-Farbton ausgemalt, diese wurde jedoch schon einmal mit einer weißen Tünche überstrichen. Bei den Maßnahmen wurden die offenliegenden Überreste der Wandmalerei mit Japanpapier und Cellulose-Leim geschützt. Der Gesamtmaßnahme lag vor allem die Sicherung der einzelnen Putzteile zugrunde, welche sich schon so weit gelöst hatten, dass sie drohten herunterzufallen.
















