Historisches Rathaus – Steinfurt

Projekt

Historisches Rathaus – Steinfurt

Kategorie
Putz und Stuck I Ziegelmauerwerk I Farbfassung + Anstriche I Naturstein
Auftraggeber
Stadt Steinfurt
Fachdienst Zentrales Gebäudemanagement
Zeitraum
2025
Ort
Steinfurt

Das historische Rathaus in Steinfurt ist ein giebelständiges dreigeschossiges Renaissancebauwerk in zentraler Lage auf dem städtischen Marktplatz. Eine am Gebäude angebrachte Inschriftentafel datiert die Grundsteinlegung auf den 4. Juli 1561 und ermöglicht somit eine genaue zeitliche Einordnung der Errichtung. Das Gebäude zeichnet sich durch seine symmetrische Fassade, reich verzierte Giebel und typische Elemente wie Zieranker und große Fenster aus. Das Gebäude diente über Jahrhunderte als Verwaltungszentrum der Stadt und prägt bis heute das historische Stadtbild.

Das Bauwerk besteht überwiegend aus Natursteinmauerwerk mit Putzflächen. Das Erdgeschoss zeichnet sich durch drei profilierte Spitzbogendurchgänge aus Naturstein aus, welche die architektonische Gestaltung des Gebäudes maßgeblich bestimmen und dem Bauwerk eine markante Gliederung verleihen. Die Arkaden im Erdgeschoss sind Teil der repräsentativen Frontfassade an der Ostseite, welche von einem aufwändig gestalteten Staffelgiebel aus Sandstein gekrönt wird.

Das Mauerwerk besteht im Kern aus Ziegelmauerwerk mit einem dünnen zementären Verputz und einem weißen (Neu-)Anstrich aus Sol-Silikatfarbe. Die Gebäudeecken sowie architektonische Gliederungs- und Zierelemente sind aus Bentheimer Sandstein und Baumberger Kalksandstein. Diverse Bauteile sind mit Metallabdeckungen und Verwahrungen versehen.


Im Auftrag der Stadt Steinfurt erfolgte im Frühjahr 2025 eine detaillierte Begutachtung der Ostfassade des Historischen Rathauses in Steinfurt durch das LRP-Fachplanungsbüro. Intention der Begutachtung war es, qualitative und quantitative Befunde zum Schadensbild der Fassadensubstanz zu erhalten, um auf Basis dieser Erkenntnisse ein erstes Maßnahmenkonzept zur Sanierung der Fassaden zu entwickeln, das auf die objektspezifischen Gegebenheiten abgestimmt ist. Nach diesen Rahmenbedingungen erfolgte eine optische und haptische Prüfung der Flächen zur Erfassung und Charakterisierung der verbauten Werkstoffe und der unterschiedlichen Schadensphänomene. Zur Evaluierung der Putzsubstanz wurden an einigen Stellen Bohrkerne entnommen.

Ergebnis der Untersuchung war ein ausführlicher Bericht mit detaillierten Erläuterungen zu Schäden und Schadensursachen sowie entsprechenden Handlungsempfehlungen zur Sanierung und Restaurierung in den verschiedenen an den Fassaden vertretenden Gewerken und Werkstoffen. Nachfolgend wurden zeitnah aufgrund der Gefahrenbeurteilung einzelner Schäden und Schadstellen vorläufige konservatorische Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen.