Brunnenhäuschen – Schwelm

Projekt

Brunnenhäuschen – Schwelm

Kategorie
Putz und Stuck I Ziegelmauerwerk I Farbfassung + Anstriche
Auftraggeber
Stadtverwaltung Schwelm
Fachbereich 330
Zeitraum
2020/2026
Ort
Schwelm

Das Brunnenhäuschen in Schwelm ist ein achteckiges Bauwerk über der ehemaligen Heilquelle des Schwelmer Gesundbrunnens. Erbaut wurde das Gebäude um 1732 und zog bis Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Besucher an. Nach dem Versiegen der Quelle im 19. Jahrhundert verlor der Ort an Bedeutung; das Brunnenhäuschen blieb jedoch als denkmalgeschütztes Bauwerk erhalten.
Das Brunnenhäuschen präsentiert sich als Zentralbau. In der Mittelachse befinden sich zwei gegenüberliegende Eingänge, die durch jeweils drei Fensterachsen auf beiden Seiten ergänzt werden. Die tragenden Außenwände bestehen vollständig aus Ziegelmauerwerk aus Feldbrandziegeln. Das Erscheinungsbild wird durch die schiefergedeckte „Welsche Haube“ geprägt, deren gestaffelter Aufbau durch umlaufende Holzgesimse gegliedert ist. Eine kunstvoll gearbeitete Wetterfahne in Form eines trompetenden Engels bildet den oberen Abschluss. Die Fassadenöffnungen werden durch Stahlrahmenfenster mit halbrunden Abschlüssen sowie durch doppelflügelige Holztüren mit Oberlicht bestimmt.

Die Wände des Innenraums sind verputzt und weisen heute mehrere übereinanderliegende Farbschichten auf. Alten Fotos sowie partiellen Freilegungen ist zu entnehmen, dass zeitweise auch figürliche Malereien die Wände geziert haben. Ein Großteil der ursprünglichen historischen Putzflächen ist aufgrund ihres schlechten Erhaltungszustands im Zuge früherer Restaurierungsmaßnahmen durch neuen Putz ersetzt worden, sodass der Bestand heute ein heterogenes Erscheinungsbild zeigt. Die Decke ist als Holzkonstruktion mit Malerei ausgeführt. Der Boden und die hinunter in den Raum führenden Treppen bestehen aus massiven Steinplatten.


Zur Erstellung eines objektspezifischen Sanierungskonzeptes wurden verschiedene materialtechnische Untersuchungen im Sinne einer Grundlagenermittlung durchgeführt. Dabei sind durch das LRP-Fachplanungsbüro Schadensformen und Schadensursachen ermittelt und Materialanalysen vorgenommen worden.

Nach den ausführlichen Untersuchungen durch das LRP-Fachplanungsbüro wurde das Brunnenhäuschen in mehreren Bau- und Sanierungsphasen umfassend instandgesetzt. Die Maßnahmen umfassten sowohl die äußere Gebäudehülle als auch konstruktive und bauphysikalische Bereiche. So wurden insbesondere die Außenfassade, das Dach einschließlich Dachstuhl sowie verschiedene Metallelemente – darunter die Wetterfahne – restauriert oder erneuert.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Sicherung gegen Feuchtigkeitseinflüsse. Zur Hangseite hin wurde der Boden fachgerecht abgedichtet, unter anderem durch den Einsatz von Dernoton, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern und weitere Schäden am Mauerwerk sowie am Bodenbelag nachhaltig zu vermeiden.

Zuletzt erfolgte die Sanierung des Innenraums und der Fenster. Hier erfolgte in Abstimmung mit dem LWL eine Analyse und Bewertung historischer Farbfassungen der Innenwände und Fenster. Dabei wurden verschiedene Zeitschichten durchleuchtet und evaluiert. Die Restaurierungsarbeiten werden 2026 abgeschlossen.